Folge 2: Liebe und Terror

Shownotes

Jeden Mittwoch erscheint eine neue Folge. Über den Podcast: Vor 50 Jahren, am 21. Mai 1975, beginnt in Stuttgart Stammheim der Prozess gegen Gudrun Ensslin – Mitbegründerin der Roten Armee Fraktion (RAF) und Symbolfigur des linksterroristischen Widerstands. Mit diesem Podcast widmet sich die Stuttgarter Zeitung dem Leben Gudrun Ensslins und macht sich auf die Spurensuche. Wie wurde die Pfarrerstochter zur Terroristin?


#Deutschland #Zeitgeschichte #RAF #Stammheim


Mehr zum Thema erfahrt ihr hier: 

https://www.stuttgarter-zeitung.de/raf-podcast

 

Ihr habt suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 und unter https://ts-im-internet.de/ erreichbar. Eine Liste mit findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention: https://www.suizidprophylaxe.de/


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Impressum:

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Transkript anzeigen

00:00:00: In dieser Podcast-Folge behandeln wir die Themen Mord und Suizid.

00:00:03: Hört euch diese Produktion nur an, wenn ihr auch wirklich dazu in der Lage fühlt!

00:00:37: Gudrun Enslin die Studierte, die Pfarrers Tochter und dann ist da Andreas Bader.

00:00:42: Der Macho der Prolet!

00:00:45: Ihr erinnert euch vielleicht noch aus der letzten Folge an Werner Birkenmeier?

00:00:48: Er hat früher für die Stuttgarter Zeitung als Journalist gearbeitet und den RAF-Prozess um Bader und Enslin verfolgt.

00:00:55: Wie deutlich der Unterschied zwischen dem beiden ist das sieht auch er damals Und eine klare Meinung zu Bader hatte er auch

00:01:01: Schlimm.

00:01:02: war der Bader natürlich, ne Sie kamen aus dem Fahrhaus Und der Bader war von mich immer nur nix anderes als ein Sträuch.

00:01:12: Intellektuell oder so was, von dem ja nichts zu ... Er hat einfach Rabatz gewollt.

00:01:19: Den hat er schon in der Schule gemacht worden und rausgeschmissen wurde.

00:01:23: Dann ging er nach Berlin und da kam die Studentenbewegung und da hat er sich reingehängt.

00:01:30: Aber wieso verliebt sich Gudrun Enslin ausgerechnet in einen Andreas Bader?

00:01:35: Eine einfache Antwort darauf wird es vermutlich nicht geben, aber wir versuchen dem in dieser Folge auf den Grund zu gehen.

00:01:41: Mein Name ist Felix Frey – hallo!

00:01:43: Und ich bin Lea Krug.

00:01:44: – hi!

00:01:45: Im Jahr nineteen achtensechzig lässt Enzlin nicht nur ihren Lebensgefährten und verlobten Bernhard Fesper zurück sondern auch ihren knapp einjährigen Sohn Felix.

00:01:54: Von nun an ist sie mit Andreas Bader unterwegs.

00:01:56: Er soll innerhalb der RAF der Typ «Verführer» gewesen sein... ...und auch ihr Ex-Partner Bernhardfesper hat zu dieser Verbindung natürlich eine Meinung.

00:02:05: Es ist das ungeregelte und zwanglose an Andreas Leben, dass sie anzieht", schreibt er damals an ihren Vater.

00:02:13: Bei allen Neigungen dazu frage er sich ob sie dem auf Dauer überhaupt gewachsen sei.

00:02:20: Gudrun Enslin verlässt für Andreas Bader ihre Familie den wissenschaftlichen Betrieb die Gesellschaft und sucht offensichtlich einen Kontrast.

00:02:28: Die beiden sind von Anfang an ein ungleiches Paar.

00:02:31: Bader ist drei Jahre jünger, hat kein Abitur, wächst ohne Vater auf.

00:02:35: Mit zwanzig kommt er nach Berlin.

00:02:37: Aber so richtig rein passt er nicht in diese Studentenbewegung.

00:02:40: Er ist zu wenig intellektuell unterwegs.

00:02:43: Dafür gilt er als gewalttätiger Polet und als Macho.

00:02:47: Birkenmeier erinnert sich an die beiden Personen vor Gericht.

00:02:50: Gudrun Enzlin habe sich typischerweise ruhig verhalten Bader habe oft rumgebrüllt.

00:02:55: Es ist eine Beschreibung, die sich auch mit der von anderen beobacht und deckt.

00:02:59: Aber warum lässt sich eine junge, kluge Frau auf so einen Mann ein?

00:03:03: Gudrun Enslin war ja völlig abhängig vom Bader.

00:03:07: Die war dem höhrig.

00:03:09: Was ich so hörte aus den Haftanstalten war da seine persönliche Abhängigkeit.

00:03:15: Also sexuell!

00:03:17: Das sind die Dinge, die Birkenmaier damals erfährt.

00:03:19: Ob man es sich mit einer solchen Erklärung nicht zu einfach macht?

00:03:22: Die Enslin Biografin Ingeborg gleichauf sieht die Sache etwas anders.

00:03:26: Sie glaubt nicht an die Geschichte mit der Verführung

00:03:29: Und Andreas Bader war nicht der, der sie in Gänze da reingebracht hat.

00:03:36: Sondern wie man so ... Hat man ja im Leben überhaupt, dass man manchmal in so Momenten ist wo es entweder oder gibt.

00:03:48: Wo man sich aber entscheiden muss und wenn man sich halt entschieden hat dann ist die Frage geh ich wieder zurück und versuch's anders?

00:03:56: Oder sage ich mir, jetzt bin ich hier drin und jetzt ziehe ich das durch.

00:04:03: Und so denke ich war es bei ihr.

00:04:06: Die Biografin sieht Gudrun Enslin als eine kompromisslose Person?

00:04:12: Und da klar kommt dann Andreas Bader rein!

00:04:16: Zum ersten Mal hat sie jemanden erlebt der völlig darin aufgegangen ist etwas zu machen Der genau das Gegenteil war von ihr.

00:04:29: Also nicht zunächst mal nachzudenken, keine Systematiken zu entwerfen und nicht zu theoretisieren sondern der gesagt hat Theorie bringt uns nicht weiter.

00:04:42: Gesellschaftliche Veränderung ist nur möglich über ein direktes Handeln Und das muss sie total in so einen Furor gebracht haben weil sie das eben nicht gekannt hat.

00:04:57: Und ich hänge jetzt mal den Kopf aus dem Fenster mit einer Floske, Gegensätze ziehen sich an und von der Außenansicht macht es auch irgendwie Sinn.

00:05:04: Enzlin wird von Baders Radikalität angezogen.

00:05:07: außerdem führen diese Gegensette gewissermaßen auch zu eine Art Arbeitsteilung.

00:05:11: Eine fürs Denken und einer fürs Machen.

00:05:14: Also Gudrun Enzlín und Ulrike Meinhoff haben diese Texte verfasst unterschiedlich auf unterschiedliche Art.

00:05:21: Sie haben und da gibt es ja auch Zeugnisse, sie haben Andreas Bader als ihren Anführer gesehen.

00:05:31: also er ist die treibende Kraft.

00:05:34: Da haben beide das hat mich auch gewundert dass so starke Frauen dann mit so einer Selbstverständlichkeit den den Andreas Bada als ihren wirklich Anführer gesehen haben.

00:05:51: Ulrike Meinhoff von der Ingeborg-Gleichau hier spricht, ist zu Gründungszeiten der RAF eine der bekanntesten linken Journalisterinnen in Deutschland.

00:05:59: Sie ist auch eines der Gründungsmitglieder der Gruppe und gerade in der Anfangszeit das prominenteste Gesicht der RAf.

00:06:05: Sie ist neben Gudrun Enstlin der ideologische Kopf der Grupe.

00:06:08: sie schreiben die Texte mit denen die RAF an die Öffentlichkeit geht.

00:06:12: Das Sagen hat intern anscheinend aber trotzdem Andreas Bader.

00:06:15: Nach Jahrzehnten zu fragen, warum um alles in der Welt sich Gudrun Enzlin auf Andreas Bader eingelassen hat, lässt natürlich viel Raum für Spekulation.

00:06:23: Das haben wir auch bei unserer eigenen Recherche gemerkt.

00:06:26: In den vergangenen Jahrzehnten wurde auch im Film und Fernsehen diese Lücke zur Interpretation genutzt.

00:06:32: Wir haben auch in Gebogg gleich aufgefragt wie man eine Biografie über eine Person schreibt die man nur über Ecken kennengelernt hat durch Freunde und Verwandte

00:06:45: finde ich, weil es ist ja immer Vorstellungskraft auch dabei.

00:06:53: Man selbst schaut darauf und das ist ganz gefährlich.

00:06:58: Und klar bei Frauen denkt man dann leider Gottes eben viel zu schnell, dass es einfach nur die reine Liebesgeschichte war, die dann des Leben beeinflusst hat und sonst nichts.

00:07:15: Und das ist halt die große Frage.

00:07:39: Aus meiner Sicht ist das völlig abwegig dieser Vergleich, aber er zeigt warum diese beiden Frauen ihre Hoffnung in den vergleichsweise stumpfen Andreas Baders Hetzten.

00:07:49: Irgendwo zwischen Führer und

00:07:50: Vorbild.".

00:07:51: Ja und mit dieser Lesart muss man sich auch die Frage stellen wie viel Liebe da wirklich war?

00:07:55: Was vielleicht eher eine Zweck- oder Abhängigkeitsbeziehung?

00:07:58: Also viele es bleibt der Interpretationssache ihr merkt es ja auch bei uns.

00:08:01: Liebesbriefe oder Korrespondenzen über Ihre Beziehungen sind bislang nämlich nicht aufgetaucht.

00:08:06: Eine Zweckbeziehung für den Umsturz, für den Terror?

00:08:09: Die große Liebe oder vielleicht sogar das was man heute als toxische Beziehungen bezeichnen würde.

00:08:14: Ja womöglich kommt man der Antwort was damals zur Radikalisierung beigetragen hat aber auch eher über die historischen Ereignisse näher als über diese persönliche Lebenssituation.

00:08:24: ja ich glaube wir würden es uns zu einfach machen wenn wir's mit dieser Love Story Sache einfach hinnehmen würden.

00:08:29: drumrum ist in der Zeit ja auch eine Menge passiert.

00:08:31: Historiker blicken da vor allem auf die Eskalation der Studentenbewegung zu dieserzeit.

00:08:35: In der ersten Folge ist schon mal der Name Rudi Dutschke gefallen, ihr erinnert euch vielleicht.

00:08:39: Sprachrohrer der Studentenbewegung Idealist und Idole.

00:08:43: Der spricht im Februar-Achtundsechzig auf dem internationalen Vietnamkongress den immerhin fünftausend Menschen besuchen.

00:08:49: Eine Stunde lange redet er da Und ich habe euch einen Auszug aus der Rede mitgebracht, schnallt euch an!

00:08:56: Die Revolutionierung der Revolutionäre ist eine entscheidende Voraussetzung für die Revolutionierung.

00:09:03: Es lebe die Weltrevolution und die daraus entstehende, freie Gesellschaft der ganzen Welt und nicht nur eines Dorfes.

00:09:10: Ja ihr hört schon die Sprache, die er da benutzt, die auf diesen Kongressen gesprochen wurde?

00:09:15: Die ist schon sehr komplex!

00:09:16: Mhm.

00:09:17: Flapsig zusammengefasst – es hilft nur die Weltrevolution einmal alles auf links krampeln, also wortwörtlich….

00:09:23: Der Imperialismus und der Kapitalismus sind an allem schuld.

00:09:26: Egal ob in Westdeutschland oder in Vietnam.

00:09:29: So könnte man das heute wahrscheinlich zusammenfassen.

00:09:31: Fünf Tausend Menschen hören Rudi Dutschke eine Stunde lang zu.

00:09:35: Sie hören Deman zu, der später im April' sixty auf offener Straße angeschossen wird, schwere Hirnverletzungen erleidet und elf Jahre später an den Folgen sterben wird.

00:09:45: Der Täter heißt Josef Bachmann Ein einfach Hilfsarbeiter, der wohl von der Berichterstattung der Bildzeitung aufgehetzt wurde.

00:09:52: Die mächtige und auflagenstarke Springerpresse bärscht zu dieser Zeit rund fünfzig Prozent des westdeutschen Zeitungs- und Zeitschriftenmarktes.

00:09:59: Sie wird von den Studentinnen und Studenten für die Manipulation der Bevölkerung verantwortlich gemacht.

00:10:05: Das Attentat auf Rudi Dutschke löst die Oste in Ruhen aus, es sind die größten Straßenschlachten, die es in der Bundesrepublik bis dahin gegeben hat.

00:10:14: Mittendrin ist auch die linke Journalistin Ulrike Meinhof – sie hält sich im Hintergrund aber hilft beim Verteilen von Steinen an die Demonstranten.

00:10:23: Später wird sie neben Gudrun Enzlin ins Stammheim auf der Anklagebank sitzen.

00:10:33: Um all das besser zu verstehen, haben wir uns mit dem Staatsanwalt Klaus Pflieger getroffen.

00:10:37: Als junger Mann war er selbst Teil der Achtundsechziger-Generation, später wurde der Ermittler dann als RAFjäger bekannt.

00:10:44: Das Interessante war damals dass man in Tübingen wie in Berlin wohl diskutiert hat ob man mehr machen muss.

00:10:52: wenn man mit Demonstrationen nichts erreicht, muss man dann zur Gewalde übergehen.

00:10:57: Gewalt gegen Sachen und Klasterscheine gegen Schaufenster war eine der Überlegungen, um den Protest zu verstärken.

00:11:05: Gehört zu werden oder gar Gewalt gegen Personen und das waren die Stichworte damals.

00:11:10: Die Pflastersteine also auch gegen Polizeibeamte.

00:11:13: Und das war ich glaube wie ... Der Großteil des Studenten war ich da.

00:11:18: aufpassen, dass ist der falsche Weg.

00:11:20: Gewalt darf nicht mit Gewalt beantwortet werden oder Unrecht nicht mit Unrecht beantworted wird.

00:11:26: Das war die Weichenstellung.

00:11:27: wo dann die Ereifleute in Berlin?

00:11:43: Also

00:11:46: beschreibt Klospflieger die Situation damals.

00:11:48: Und auch Gudrun Enzlin hätte eigentlich das Rüstzeug gehabt, den oft zitierten Marsch durch die Institutionen anzutreten.

00:11:55: Sie hätte Professoren werden können, Autorinnen und Journalisten aber ... sie entscheidet sich für einen anderen Weg.

00:12:01: In der Nacht vom zweiten auf den dritten April, nineteenhundertsechzig meldet sich gegen Mitternacht eine Frauenstimme per Telefon im Frankfurter Büro der Deutschen Presseagentur.

00:12:17: und tatsächlich in den beiden Kaufhäusern explodieren gegen Miternacht mehrere Brandsätze.

00:12:23: Auf alten Fotos ist das ganze Ausmaß der Zerstörung zu sehen.

00:12:26: Alles ist verbrannt.

00:12:28: Man kann nur noch erahnen, was in dem Kaufhaus wohl mal angeboten wurde.

00:12:32: Und das ist gewollt so!

00:12:33: Die Gruppe will damit den Einsatz von Napalm-Bomben im Vietnamkrieg anprangern.

00:12:38: Innerhalb der Studentenbewegung markiert die Tat einen Wendepunkt.

00:12:41: Die Mehrheit setzt auch weiterhin auf friedlichen Protest.

00:12:57: findet die Polizei Teile des Brandsatzmaterials.

00:13:00: Bei Enzlin findet man auch weitere Gegenstände, die für die Tat genutzt wurden – und sogar noch mehr!

00:13:05: Vier beschriftete Zettel mit einer Art Rezept für den Brandsatze.

00:13:09: Enzlín kommt zum ersten Mal ins Gefängnis.

00:13:12: Nach sechs Monaten Untersuchungsaft beginnt am vierzehnten Oktober, ist der Prozess gegen die vier im Landgericht Frankfurt-Armeien.

00:13:20: Otto Schilly wird als ihr Verteidiger bestellt.

00:13:23: Den Namen werdet ihr im Lauf des Podcasts übrigens noch öfter hören.

00:13:27: Im Gerichtssaal finden damals kleine Tumulte statt, Zuhörer rufen oft dazwischen der Prozess wird zum Chaos.

00:13:34: Der Gerichtssaal muss zum Abschluss des Prozesses am ersten November sogar geräumt werden, dreißig Polizisten und Justiz-Wachtmeister sollen den Raum mit Gummiknüppeln gestürmt haben.

00:13:44: Einer der die Prozesse damals immer wieder verfolgt hat ist Werner Birkenmaier.

00:13:48: Er arbeitet zu der Zeit als Gerichtsreporter für die Stuttgarter Zeitung.

00:13:51: Noch heute erinnert er sich an die Geschehnisse damals.

00:14:05: Ein

00:14:10: Bild von damals geht in die Geschichtsbücher ein und zieht noch heute viele Artikel über die RAF.

00:14:15: Einige der Angeklagten sitzen mit Zigarren im Mund auf der Bank da, Gudrun Enslin sitzt selbstbewusst neben Andreas Bader.

00:14:22: Die Angeklagten signalisieren, diesen Staat – diese Justiz all das nehmen wir nicht ernst!

00:14:28: Ihre Tat in Frankfurt begründet Gudrun Inslin mit dem Krieg im Vietnam.

00:14:32: Klingt aus heutiger Sicht völlig absurd?

00:14:34: Mhm ja… die Idee von Enslin mit den Brand auf den Völkermord in Vietnam aufmerksam machen.

00:14:40: Wir haben euch mal ein paar Zitate rausgesucht damit ihr davon einen Eindruck bekommt.

00:14:44: Sie erklärt Zitat Wir haben gelernt, dass Reden ohne Handeln unrecht

00:14:49: ist.".

00:14:49: Und weiter sagt sie.

00:14:51: Ich interessiere mich nicht für ein paar verbrannte Schaumstoffmatratzen – ich rede von verbrandten Kindern in Vietnam!

00:14:57: Die Leute in unserem Land und in Amerika und in jedem westeuropäischen Land die müssen fressen um nicht auf die Idee zu kommen nachzudenken das und was wir zum Beispiel im Vietnam zu tun haben.

00:15:07: Ich will etwas getan haben dagegen.

00:15:09: Zitat Ende.

00:15:13: Wie ernst sie diesen meinen würde, das wird noch deutlich werden.

00:15:16: Nichtsdestotrotz?

00:15:18: Das Gericht verurteilt Enslin zu drei Jahren Gefängnis.

00:15:21: Werner Birkenmeier erzählt ganz offen, dass er die Gruppe damals unterschätzt hat.

00:15:25: Sollte von einer Frau wie Gudrun Enslin aus gutem Haus hervorragende Bildung wirklich eine Gefahr ausgehen...

00:15:31: Ich habe, ich glaube zuletzt als einziger Journalist nie später von Badermainhofbande gesprochen und geschrieben.

00:15:42: Gruppe gebraucht.

00:15:44: Mir wollte das nicht aus der Feder zu sagen, dass ist eine Bande wie eine Gangster-Bande sondern da sind ja junge Leute von gutbürgerlichen Herkunft.

00:15:53: die kann man nicht einfach abschreiben.

00:15:55: Da ist doch vielleicht noch was zu machen mit einem gewissen Maß an Verständnis

00:16:00: Das demnicht so ist?

00:16:02: Das musste Bürgermeier später lernen und sich gewaltig korrigieren.

00:16:06: Aber stopp mal hatte Gudrun Enzli nicht ein Sohn.

00:16:09: Und was war eigentlich mit dem?

00:16:10: Hat sie den jetzt einfach zurückgelassen?

00:16:13: Ja, das wissen wir aus Briefen die Kutun Enslin im Gefängnis in Frankfurt an Bernhard Fesper geschrieben hat.

00:16:18: Zwar sind die beiden damals kein Paar mehr.

00:16:21: Enslin hat Fespar im Februar in den letzten sechs Jahren verlassen aber sie stehen immer noch in Kontakt.

00:16:26: In den Briefen zeigt Kutrun Enslin übrigens keine Reue für die Brandanschläge.

00:16:30: Sie versucht aber auch nicht Fespo zu erklären warum all das sein musste.

00:16:34: Es geht in den Briefens generell nicht um die Anschläge Und es geht auch nur selten um Politik.

00:16:40: Stattdessen breitet sie ihre Sorgen über ihren Sohn aus, dass sie nicht mehr zurück kann in ihr altes Leben – das weiß Gudrun Entzlin zu diesem Zeitpunkt!

00:16:48: Bei ihren Eltern in Bad Kanzstadt soll ihr Sohn aber nicht aufwachsen.

00:16:51: Sie wird im Gefängnis schon wütend wenn sie erfährt, was Felix für ein paar Wochen dort war.

00:16:56: Letztlich kommt Felix in eine Pflegefamilie auf der schwäbischen Alb.

00:17:01: Sein Vater Bernward nimmt sich zwei Jahre später in einer Psychiatrie das Leben

00:17:06: Ihre Vergangenheit einfach so hinter sich lassen, konnte sie also scheinbar nicht.

00:17:10: Es wirkt fast als gäbe es zu dieser Zeit zwei Gudrun-Ansliens – die eine, die glaubt das jetzt nur nach Taten helfen und die andere, die sich ihrem alten Leben noch immer verpflichtet fühlt.

00:17:20: Davon ist auch ihre Biografin Ingeborg gleich auf überzeugt.

00:17:24: Sie hat nicht einfach dann gesagt ich bin in der neuen Lebensphase Sie wirklich beschäftigt.

00:17:36: Und ich denke, sie hat ... Was sie leisten musste war wirklich einen Teil dann von sich selber abzuspalten.

00:17:44: Sonst hätte das so nicht funktioniert wie es dann leider funktioniert

00:17:48: hat.".

00:17:50: Das Urteil zum Kaufhausbrand wird rechtskräftig Aber Gudrun Enstelen will nicht zurück in den Knast.

00:17:55: Gemeinsam mit Andreas Bader taucht sie im Herbst neunzehntundsechzig unter.

00:18:00: Die beiden flüchten erst nach Frankreich und danach Italien.

00:18:03: Anfang neunundhundertsiebzig kehren sie nach Berlin zurück, kommen bei Ulrike Meinhoff unter.

00:18:08: Für die steht einiges auf dem Spiel – Sie ist zu diesem Zeitpunkt eine angesehene Journalistin und spielt eine wichtige Rolle in der linken Öffentlichkeit.

00:18:15: Anschließend kommen sie bei ihrem Anwalt Horst Mahler unter, der sich der Gruppe dann anschließt.

00:18:20: Andreas Bader fliegt allerdings schnell auf!

00:18:22: Die Behörden kommen ihm auf die Schläche und verhaften ihn bei einer fingierten Verkehrskontrolle.

00:18:27: Bader kommt in die JVA Berlin-Tegel.

00:18:29: Von nun an dreht sich alles darum, ihn aus der Haft zu befreien

00:18:34: Und von da an ging es rapide abwärts.

00:18:37: Da entstand aus dem SDS die Gruppe Badr-Meinhof, die Ulrike Meinhof ja eine angesehene Journalistin war und dann den Satz sagte im Übrigen darf geschossen werden!

00:18:50: Es

00:18:50: wurde geschossen bei der Bader Befreiung.

00:18:57: Gudrun Enzlin Terror Haft Tod.

00:19:01: Der RAF.

00:19:02: Podcast der Stuttgarter

00:19:03: Zeitung.

00:19:04: Redaktion Lea Krug, Maximilian Kroh, Felix Frey, Katrin Majersohn, Carmen Häusinger von Waldecke und Joachim Dorfs.

00:19:15: Ton Musik & Schnitt, Marianne Hepb Moderation – Lea Krog und Felix Frei.

00:19:21: Weitere Stimmen Mira Vespa und Selina Schwarzbach.

00:19:25: Titelgrafik.

00:19:26: Tina Foe Faktencheck.

00:19:28: Olivia Denner Konzept – Leia Krug und Felix Free Nach einer Idee

00:19:34: von Rebecca

00:19:35: Hanke und Felix Frey.

00:19:37: Die Produktion wurde unterstützt von Hit Radio Antenne I, dem Haus der Geschichte Baden-Württemberg, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und im Stadtpalais Stuttgart.

00:19:46: Noch mehr Sendungen findet ihr unter stuttgarter-zeitung.de.

00:19:50: slash Podcasts.

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